
Spielfilme / Third Reich Movies
1933 - 1945
Kopf hoch Johannes (1941)
Stab:
Regie: Viktor de Kowa
Drehbuch: Toni Huppertz
Wilhelm Krug
Felix von Eckardt[1]
Produktion: Conrad Flockner
Musik: Harald Böhmelt
Kamera: Friedl Behn-Grund
Schnitt: Lena Neumann
Besetzung:
Klaus Detlef Sierck: Johannes von Redel
Albrecht Schoenhals: Vater von Redel
Dorothea Wieck: Julieta Merck
Otto Gebühr: Diener Perlow
Gunnar Möller: Wilhelm Panse
Karl Dannemann: Vater Panse
Renée Stobrawa: Mutter Panse
Karl Heidmann: Landbriefträger
Eduard von Winterstein: Inspektor
Leo Peukert: Don Pedro
Jürgen Jacob: Stubenältester Karl Vorwerk
Hans Zesch-Ballot: Anstaltsleiter
Volker von Collande: Zugführer Dr. Angermann
Rudolf Vones: Zugführer Kröger
Franz Weber: Anstaltssekretär
Karl Fochler: Anstaltsarzt
Handlung:
Die deutsche Familie von Redel lebt seit zehn Jahren getrennt voneinander. Die Mutter mit ihrem Sohn Johannes als Auslandsdeutsche in Argentinien, der Vater als Rittergutsbesitzer in der Nähe von Berlin. Johannes, der in seiner neuen Heimat von allen Juan genannt wird, wächst wohlhabend im lockeren Lebensstil seiner Mutter auf. Nach ihrem plötzlichen Tod erfüllt die Tante Julieta Merck den letzten Wunsch ihrer Schwester und bringt den inzwischen 15-jährigen Jungen zurück zum Vater nach Deutschland. Johannes hat abermals Schwierigkeiten mit der Strenge seines verbitterten Vaters, die auch zur Trennung seiner Eltern geführt hatte, und lehnt die neue Umgebung ab. Er fordert von seiner Tante, die dem Vater bei der Eingewöhnung von Johannes hilft, gemeinsam nach Argentinien zurückzukehren. Seine ablehnende Haltung findet den Höhepunkt nach einem Streit mit den Kindern aus der Umgebung, bei dem ein Berg Stroh auf einem Feld in Brand gerät. Der Nachbarjunge Wilhelm Panse wollte sich dafür rächen, dass er als Zielscheibe für eine Steinschleuder dienen musste, doch Johannes nimmt nach kurzer Diskussion mit dem Vater die Schuld auf sich, in der Hoffnung dadurch nach Argentinien zurückgeschickt zu werden. Wilhelm erklärt jedoch seinem Vater noch am gleichen Abend, dass er mit den anderen Jungen Johannes lediglich mit einem Feuerwerkskörper erschrecken wollte und das Stroh aus Versehen in Brand geriet.
Vater Panse berichtet dies von Redel und meint, dass sein Sohn Wilhelm als Strafe dafür nicht auf die Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA) nach Oranienstein gehen darf. Er ermutigt von Redel, stattdessen Johannes dorthin zu schicken.
Doch auch in der NPEA gibt es Eingliederungsschwierigkeiten. Johannes findet keinen Kontakt zu den Kameraden und den Erziehern; ihm droht der Rausschmiss. Erst der Zugführer Dr. Angermann entdeckt seine Leidenschaft für Musik und glaubt daran, Johannes im Lauf der Zeit das Wertesystem des neuen nationalsozialistischen Deutschland näher bringen zu können. Als erstes soll er die Musikkapelle leiten, wodurch zunächst neuer Streit mit den Kameraden entfacht wird, da er den unmusikalischen Stubenältesten Vorwerk von seinem Platz als Kapellmeister verdrängt. Doch sein selbstkomponierter Marsch überzeugt alle Beteiligten und wird zur Hymne der Anstalt. Während eines Besuchs seiner Tante Julieta und seines argentinischen Vormunds Don Pedro, der ihn davon überzeugen möchte, wieder zurück nach Argentinien zu kommen, weist Johannes diesen Vorschlag zurück. Langsam lernt Johannes den Sinn echter Jugendkameradschaft kennen, die darin gipfelt, dass er und der Stubenälteste sich unter der Dusche duzen und Karl Johannes die Seife anbietet.
Inzwischen darf auch Wilhelm Panse die Nationalpolitische Erziehungsanstalt besuchen. Bei einer Mutprobe, bei der man vom Sprungbrett ins Wasser springen soll, kneift Wilhelm. Der die Szene beobachtende Johannes erklärt dem Zugführer, dass Wilhelm seinerzeit mit ansehen musste, wie sein älterer Bruder im Dorfteich ertrunken ist. Ermutigt durch die bisherigen Erfolge in der NPEA möchte Johannes den Anstaltsleiter überraschen und Wilhelm das Schwimmen beibringen, obwohl diesem wegen seines Traumas ausdrücklich verboten wurde, ins Wasser zu gehen. Die Übung im Wasser gerät außer Kontrolle und Wilhelm muss aufgrund der schockbedingten Halluzinationen ins Lazarett. Die erneute Disziplinlosigkeit von Johannes zwingt den Anstaltsleiter darüber nachzudenken, ob er ihn der Anstalt verweisen sollte. Schließlich verzeiht man Johannes jedoch, da man ihm das schlechte Gewissen anmerkt. Seine Kameraden stellen sich im Garten der Anstalt so zusammen, dass sie für ihn den Satz „KOPF HOCH/ JOHANNES/ !“ bilden.
Beim Sommermanöver der Anstalt bewährt sich Johannes als militärischer Taktiker. Als Belobigung wird ihm ein Messer überreicht und er darf das Gelöbnis sprechen.
In den Ferien finden schließlich Johannes und sein Vater zueinander, der an der Seite von Julieta aus seiner Verbitterung erlöst wurde.
