Spielfilme / Third Reich Movies

1933 - 1945

 

Ich klage an (1941)

 

[With English subtitles]

 

 

Stab:

 

Regie: Wolfgang Liebeneiner
Drehbuch: Eberhard Frowein
Harald Bratt
Hermann Schwenninger
Produktion: Heinrich Jonen
Musik: Norbert Schultze
Kamera: Friedl Behn-Grund
Franz von Klepacki
Schnitt: Walter von Bonhorst


Besetzung:

Paul Hartmann: Professor Dr. Thomas Heyt
Heidemarie Hatheyer: Hanna Heyt
Mathias Wieman: Dr. Bernhard Lang
Margarete Haagen: Berta Link
Charlotte Thiele: Dr. Barbara Burckhardt
Christian Kayßler: Landgerichtsdirektor Kriebelmeyer
Harald Paulsen: Eduard Stretter
Albert Florath: Prof. Schlüter
Ilse Fürstenberg: Marie Günther
Karin Evans: Erna Balg
Hans Nielsen: Dr. Höfer
Franz Schafheitlin: Rechtsanwalt Straten
Erich Ponto: Prof. Werther
Otto Graf: Staatsanwalt Engel
Leopold von Ledebur: Landgerichtsrat Knevels
Hansi Arnstaedt: Frau Klapper
Just Scheu: Dr. Scheu
Paul Rehkopf: Gerichtsbeamter
Karl Haubenreißer: Studienrat Schönbrunn

Handlung:

 

Hanna Heyt ist eine lebenslustige Frau. Als ihr Mann den Ruf auf den Direktorposten eines Instituts in München bekommt, bereitet sie eine Feier für Kollegen und Freunde vor. Bereits während der Vorbereitungen stürzt sie unerklärlich eine Treppe im Haus hinab. Als sie während der Feier am Klavier sitzt, fühlt sie einen Krampf in ihrer Hand und kann nicht weiterspielen. Da die Taubheit auch am nächsten Morgen nicht weg ist, schickt ihr Mann sie zu Dr. Lang, einem alten Freund des Paares. Dieser untersucht sie und hegt den Verdacht, Hanna sei an multipler Sklerose erkrankt. Er offenbart seinen Verdacht Dr. Heyt, der entsetzt ist, aber dann doch das Urteil eines Spezialisten einholt. Jener bestätigt die unheilbare Krankheit, legt aber nahe, Hanna ihre Krankheit nicht mitzuteilen, um ihr ihren Optimismus und den Glauben an eine Besserung nicht zu nehmen. Fortan forscht Dr. Heyt in seinem Labor nach der Arbeit bis in die Nachtstunden nach einem Erreger der Krankheit und einem Mittel für ihre Heilung.

 

Bei Hanna schreitet die Krankheit mittlerweile weiter fort. Sie erkennt, dass sie sich nach der Lähmung ihrer Beine und Arme immer weniger wird bewegen können. Daraufhin bittet sie Dr. Lang, sie, wenn es ganz schlimm wird, zu erlösen. Sie möchte nicht, dass ihr Mann eines Tages froh ist, wenn sie endlich gestorben ist, nachdem sie vor sich hinvegetiert hat und „nur noch eine Last“ war. Dr. Lang weist ihr Ansinnen als unethisch zurück. Hanna wendet sich mit derselben Bitte später auch an ihren Mann, der sie von der Möglichkeit einer baldigen Heilung zu überzeugen versucht.

 

Die Krankheit verschlechtert ihren Gesundheitszustand rasch. Ein vermeintlicher Durchbruch in Heyts Forschungen entpuppt sich als Irrtum. Als Hanna unter Atemlähmungen leidet, bittet sie ihren Mann erneut, ihr nun zu helfen. Er entwendet das Medizinfläschchen von Dr. Lang und verabreicht seiner Frau eine Überdosis, an der sie stirbt. Dr. Lang ist außer sich, er bezichtigt Heyt daraufhin des Mordes und kündigt die Freundschaft. Heyt wird von seinem Schwager Eduard Stretter angezeigt.

 

Im Strafverfahren wegen Mordes vor dem Schwurgericht stellt sich die Tat nach den Zeugenaussagen als Erlösung der Gattin und somit quasi-humanitärer Akt dar. Diese Zeugenaussagen sind ganz überwiegend nur Meinungen der Zeugen, ob sie bestimmte Geschehnisse für möglich halten, weniger Berichte über selbst erlebte Tatsachen. Die Schöffen diskutieren während einer einstündigen Verhandlungspause wegen des angekündigten Erscheinens von Dr. Lang den Fall im Beratungsraum kontrovers, der Vorsitzende Richter gebietet ihnen Einhalt, denn der Fall sei nicht so einfach, wie sie es darstellen. Es fehlt der Nachweis des ausdrücklichen Verlangens der Tötung durch die Getötete gegenüber dem Angeklagten. Dr. Lang, der zunächst auf Ladung nicht erschienen war, erscheint endlich vor Gericht. Durch die Konfrontation mit einem geistesgestörten Kind wurde er zum Umdenken veranlasst. Er hatte das an Hirnhautentzündung erkrankte Kind mit allen Mitteln am Leben erhalten. Seine Eltern Marie und Herbert Günther fragen ihn, warum er es nicht sterben gelassen hat, denn nun ist es als Folge der Behandlung blind, gelähmt und geistesgestört in einer Anstalt. Er bestätigt nach erneutem Eintreten in die Beweisaufnahmen das ausdrückliche Verlangen von Hanna Heyt. Dr. Heyt bricht nun sein Schweigen vor Gericht und hält ein kurzes Plädoyer in eigener Sache. Er will ein Urteil, „um Klarheit zu schaffen für sich und zukünftige solche Fälle“.
 

English Summary:

 

Wolfgang Liebeneiner’s Ich klage an (I Accuse) is a lyrical treatment of a controversial topic-mercy killing-featuring sensitive performances by Paul Hartmann as the physician who administers a fatal overdose to his incurably ill wife; Heidemarie Hatheyer as the wife who begs him to release her from her suffering; and Mathias Wieman as the doctor who refuses her request. Gentle, loving, moving, the picture promotes assisted suicide, a quagmire as conflicted in the twenty-first century as it was in 1941. The genesis of the film came from a recommendation by Professor Karl Brandt, a member of the Führer’s entourage, that a picture be produced to persuade the public to accept the policy of euthanasia. The film’s virtually subliminal message is that the state must assume responsibility for the involuntary liquidation of the mentally handicapped. For decades thereafter, German physicians remembered its impact and the debates it stimulated about the morality of medical killing. Reports made by the Sicherheitsdienst (the SS Security Service or SD) following the picture’s release on 29 August 1941 indicate that the film was favorably received, the majority of Germans, as well as most physicians, accepting its argument. Starting in 1939, victims were registered at Hereditary Health Courts, examined, and then transported to specially selected clinics where their lives were terminated. Does Ich klage an possess demonic qualities? It does not. It is a respectable, artistic triumph that was used to promote a program that went far beyond anything proposed in the picture. Its director later called it “a document of humanity in an inhuman time.”

 

 

 

 

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