
Spielfilme / Third Reich Movies
1933 - 1945
Hans Westmar (1933)
Stab:
Regie: Franz Wenzler
Drehbuch: Hanns Heinz Ewers, Paul Beyer, Dr. C. I. Braun
Produktion: Robert Ernst – Volksdeutsche Film GmbH (Berlin)
Musik: Giuseppe Becce (Illustrationsmusik); Ernst Hanfstaengl
(verschiedene Kompositionen)
Kamera: Franz Weihmayr
Schnitt: Alice Ludwig
Besetzung:
Emil Lohkamp: Hans Westmar
Paul Wegener: Kuprikoff
Heinrich Heilinger: Camillo Roß
Irmgard Willers: Agnes
Otti Dietze: Frau Salm
Carla Bartheel: Maud, eine junge Amerikanerin
Gertrud de Lalsky: Frau Westmar (Mutter)
Grete Reinwald: Klara
Wilhelm Diegelmann: Wirt
Heinz Salfner: Mauds Vater
Robert Thiem: Georg Beyer
Handlung:
Die Geschichte Horst Wessels, des strahlendsten Blutzeugen der deutschen Freiheitsbewegung hat Hanns Heinz Ewers niedergeschrieben; dieses Buch ergab die Grundlage für das Schicksal Hans Westmars, das dieser Film schildert. Hans Westmar wird zu Beginn in seiner glücklichen Studentenzeit gezeigt, in dem fröhlichen Wien, wo er beim Korps Alemannia, dann in Berlin, wo er beim Korps Normannia aktiv war. Er kommt zur SA, baut seinen kleinen Trupp zu einem mächtigen Sturm aus — zieht sich dadurch den wilden Haß der Kommune zu. Er erkennt seinen Weg immer klarer; um die Arbeiter ganz zu gewinnen wird er selbst einer von Ihnen, vertauscht Mütze und Schläger mit dem Spaten des Schippers. Alle Lockungen für ein großes Leben schlägt er ebenso in den Wind wie die Warnungen vor dem Haß der Roten: er bleibt fest bei seinem Sturm, treu seinem Führer Adolf Hitler. Rote Mordbuben erschießen ihn — aber über seinem Grabe finden sich zum ersten Male Studenten und Arbeiter, einigt sich alles, was deutsch denkt; so wird Hans Westmar zu einem der Sinnbilder des nationalen Erwachens. – Zum ersten Male in der Geschichte des Films hat man ein historisches Geschehen darstellen können — so, wie es wirklich geschah. Das ist natürlich nur möglich, solange die Mitkämpfer nicht nur noch leben, sondern auch alles das, was geschah, noch frisch im Gedächtnis haben, solange sie selbst fähig sind, das, was sie vor wenigen Jahren sahen, glaubwürdig wiedergeben zu können. Hans Westmars Kameraden von der SA sowie seine Korpsbrüder aus diesen sturmbewegten Jahren, sie alle haben sich zur Mitarbeit bereit gefunden: so wurde strengste historische Treue der Zeit verbürgt. Das geht so weit, daß sogar die Plakate, Fahnen, Transparente usw. der Kommunisten „echt" sind; sie wurden in der nationalen Revolution von der SA erobert und der Polizei übergeben. Die SA-Uniform war damals ein wenig anders als heute; der Film zeigt die Tracht, wie sie damals, also 1928 - 1930 getragen wurde, z. B. nicht hohe geschlossene Schaftstiefel, sondern die sogenannten „Bärenstiefel“. Die Hitlerjugend gab es damals noch nicht, an ihrer Stelle sieht man sogenannte „Jugendbewegte“. Auch die Kommandos der SA sowie der Gruß sind inzwischen anders geworden; das „Sieg Heil" unserer Tage war damals nur ein schlichtes „Heil“ das verdient hervorgehoben zu werden, da die Beschauer des Films zum großen Teil zwar Auge und Ohr an die heutigen Formen gewöhnt haben, von dem aber, was noch vor wenigen Jahren in der damals noch sehr kleinen SA Brauch war, kaum etwas wissen. Sie mögen versichert sein, daß alles, was sie in diesem Film sehen, mit peinlichster Treue der Wirklichkeit entspricht. Hanns Heinz Ewers schildert …
… Sie fuhren durchs Friedhofstor - noch in diesem Augenblick machte
Rotfront einen neuen Angriff. Die Schutzmannschaft hatte den hier gewiß
nicht erwartet, war zur Seite getreten: so brachen die Roten durch,
schlugen dicht beim Tor ein paar SA-Männer nieder, ehe sie
zurückgeschlagen werden konnten. — Gedrängt voll war der alte Friedhof;
SA, Stahlhelm, Waffenstudenten, hundert andere Verbände. — Ruhe nun,
endlich Ruhe. Auf den Bäumen hockten SA-Männer, sahen oben auf den
Mauern und standen unten auf beiden Seiten, schirmten mit ihren Leibern
den letzten Gang ihres Toten. — Sie kamen zum offenen Grab, lauschten
den Abschiedsworten. Die Pfarrer von St. Nicolai sprachen: dann legte
für den erkrankten Führer Hitler der Osaf einen Kranz nieder. Staf IV
sprach, und die Vertreter der Korps. Hauptmann Göring nahm die
Sturmkappe des Toten, die ihm Staf IV reichte, warf sie hinab auf den
Sarg. Und die Studenten gaben ihm seine Korpsbänder mit und die Mützen,
die dunkelblaue der Normannen, die hellblaue der Alemannen. — Dann
sprach Hans Westmars Gauleiter. Keine Rede war es, war wie ein
Zwiegespräch mit dem Toten, war, als ob aus seinem Munde der Tote selber
spräche. Atemlos lauschte die Menge; so still standen die Tausenden, daß
man das Knacken eines dürren Zweiges hörte, den der Märzwind aus einer
alten Ulme brach. Und das Empfinden füllte die Herzen: er ist gar nicht
tot, der Tote da, er lebt noch, lebt wie wir, mitten unter uns.
Die dumpfen Trommeln wirbelten: dann klang es weit über den alten
Friedhof:
„Ich hatt' einen Kameraden, Einen bessern find`st du nit —".
