
Spielfilme / Third Reich Movies
1933 - 1945
Hände Hoch (1942)
Stab:
Regie: Alfred Weidenmann
Drehbuch: Alfred Weidenmann
Produktion: DFG
Musik: Horst Hanns Sieber
Kamera: Emil Schünemann
Besetzung:
Erich Dunskus
Johannes Schütz
Willy Witte
Handlung:
Die Einführungsschrift des Films lautet:
Auch am Rande der Hohen Tatra, mitten im Herzen der befreundeten Slowakei, wehen die Lagerfahrten der Kinderlandverschickung. Verschont von den Auswirkungen des Krieges lebt hier die Jugend nach dem Willen des Führers ihr eigenes ungestörtes Leben.
Überall, wo deutsche Jungen ein fröhlich-straffes Gemeinschaftsleben führen, könnte dieser Film spielen, der ein echter, rechter Jungenfilm sein will mit aller Ausgelassenheit, aber auch mit aller Ernsthaftigkeit und allem inneren Anstand der Jugend. Er könnte überall und namentlich zu jeder Zeit des nationalsozialistischen Deutschland spielen – die Tatsache der erweiterten Kinderlandverschickung ist hier nur zum Anlaß genommen. Alfred Weidenmann, der damals junge Stuttgarter, hat sich eine Handlung ausgedacht, die aus engstem Kontakt mit dem Fühlen, Denken und Erleben der damals Zwölf- bis Fünfzehnjährigen ersonnen ist. In der Slowakei, am Fuße der blaugrünen Tatraberge, nicht weit von Sillein lag ein deutsches Jungenlager. Für die Großstadtkinder aus dem Westen des Reichs, aus dem Revier der Riesenschlote, Schächte und Hochöfen ein Land unzähliger Entdeckungen. Der Gutshof, auf dem sie mit ihrem Lagermannschaftsführer und Lehrer untergebracht waren, wurde ihnen zum ersten Male zum erlebten Begriff ländlichen Schaffens und Daseins. Ein Gestüt gehört zum Hof – welch wunderbare Gelegenheit, um Freundschaft zwischen Mensch und Tier zu knüpfen! Alles ist neu, alles ist herrlich, jeder Tag bringt kaum erahnte Wunder. Bis – ja, bis eines Tages eine ganz simple Naturerscheinung einen bösen Strich durch die gute Laune zieht: der Regen.
Erst war's ein schüchternes Nieseln, dann wurden die grauen Strähnen stärker und zäher, und schließlich ist's ein Landregen, der auch die letzte Fröhlichkeit fortschwemmen kann. Die Köpfe im Lager hängen, die Stimmung wird allmählich gereizt, der Unterricht klappt nicht mehr, in allen Räumen und Hirnen knistert eine Nervenspannung bis zur Unerträglichkeit. Der Führer der Jungen, der Lehrer und der Gutsbesitzer machen bedenkliche Gesichter und werfen sich heimlich besorgte Blicke zu. In einem stillen Winkel besprechen sie sich. Was kann, was soll man tun gegen den „Regenkoller“ der Bengel, wenn der Himmel kein Einsehen haben will und nicht wenigstens der Zufall endlich zu Hilfe kommt?
Da, am andern Morgen gellt Alarm durchs Lager, in aller Frühe. Zwei Verbrecher waren nachts auf dem Gutshof! Man hat sie gesehen, man kann ihre abgerissene Kleidung ziemlich genau beschreiben, aber leider sind sie in letzter Minute entkommen. Immerhin, der Gendarm weiß, in welche Richtungen sie überhaupt nur geflüchtet sein können. Also: alles auf zur Suche! Auch die jungen des Lagers müssen mitmachen! Eine pfundige Sache. Im Nu ist alle Kopfhängerei verflogen. Mit Feuereifer stürzen sich die jungen nach aufregender Lagebesprechung auf die „Fährten“. In drei Trupps, zu Fuß, zu Rad und zu Pferde. Wer von ihnen merkt jetzt überhaupt noch, daß es regnet? Nicht die Fußverfolger, die sich an einem Flußlauf kühn aufs Floß schwingen, nicht die vom Radierspähtrupp, die über Landstraßen und Feldwege Vorwärtshasten, nicht die Reiter, die über das Moos der Waldwege traben. Dramatisch bunt sind ihre Erlebnisse auf dieser Jagd. Mit wachem Spürsinn ziehen die jungen das Netz um die flüchtigen Verbrecher immer enger. Wird es ihnen gelingen, die Burschen zu stellen, bis zum triumphierenden, entscheidenden Ruf „Hände hoch!“, der dem Film den Titel gab.
